17.02.2018: Mut zur Lücke oder manchmal ist weniger mehr
Eine ganze Weile ist vergangen seit dem letzten Eintrag. Zeitmässig eine Lücke, und doch ist in dieser Zeit wieder viel passiert. Mittlerweile ist Michelle, unsere ältere Tochter, auch wieder daheim. Dank ihr haben wir ja damals im Herbst Irland bereist mit vielen wunderbaren Erlebnissen. Diese Lücke wäre also wieder geschlossen. Andere Lücken haben sich aufgetan. Däti ist ende letzten Jahres gestorben. Plötzlich war der Tod wieder in der eigenen Familie mit seinem frostigen Hauch spürbar. Und jetzt ganz unverhofft wurde der Lebenspartner meiner ältesten Schwester aus dem Leben gerissen. Auf einer Skitour in einem Unglücksmoment. Und plötzlich klaffen da wieder Lücken. Der Strom der Zeit wird ihre scharfen, schmerzenden Kanten abrunden und ins Lebensgefüge einweben.
Andere Lücken wähle ich bewusst. Diese hinterlassen dann nicht Leere, sondern erfüllen mich mit Genugtuung. Ich habe bewusst auf etwas verzichtet, etwas weggelassen und so Raum für wichtigere, erfüllendere Dinge erhalten, oder manchmal ganz bewusst die Leere zugelassen.
Beim Schnitzen geht es oft auch darum, unnötige Schnörkeleien wegzulassen. Das Werk wirkt dann umso mehr, lässt der Kernaussage Raum. Wer will, kann in seiner Phantasie das Werk in seinem Sinne zu Ende denken und gestalten. Das ganze Leben ist ein Prozess des Gestaltens. Wir haben es selbst in der Hand, wie verschnörkelt oder geradlinig wir es ausgestalten.