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17.07.2017: Montagmorgen … oder Ferienausklang
 
Ich komme noch etwas schlaftrunken am Montagmorgen nach zwei intensiven Ferienwochen am Bahnhof Sargans an und warte auf den Zug. Er soll mich wieder in die Arbeitswelt bringen, schön sachte. Jetzt haben die Sommerferien für die Mehrheit begonnen, schön viel Platz im Zug. Zeit, meine eigenen Sommerferien Revue passieren zu lassen… so dachte ich zumindest. Aber hallo, auf dem Perron stehen die gleichen Leute mit ihren Montagmorgengesichtern wie eh. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Unvermittelt ergreift mich ein leichtes Schaudern und der schwere Alltagstrott versucht mich hinunterzuziehen. Zum Glück sind die Ferienbilder noch sehr präsent. Wie üblich bei mir sind die zwei Wochen Ferien gefühlte zwei Monate. Nicht aus Langeweile, nein gefüllt mit manigfaltigen Erlebnissen, Momenten des Glücks.

Angefangen mit der Oberalp-Furka-Pässefahrt zum eidgenössischen Jodlerfest in Brig. Heisse Tage und unerwartete, noch nie erlebte, vollgestopfte Züge animieren uns zu einem guten Vortrag mit der 8er-Delegation der Jöüris – Note 1. Flucht von der Hitze und vom Gedränge in die Ruhe des Campingplatzes von Täsch. Schnell den Drahtesel gesattelt und dann steht er da vor uns, der Tobleroneberg in seiner vollen Pracht. Noch schöner und imposanter als auf den vielen schon gesehenen Bildern- das Matterhorn in natura. Da nehme ich das Touristengedränge im Dorf Zermatt gerne in Kauf. Im Matterhornrausch wiegen auch die hunderte Höhenmeter nicht zu schwer und beflügelt rauschen wir über Singletrails ins Tal. Durch Wolkenlücken erhaschen wir einen Blick auf die höchste Schweizer-Erhebung, die Dufourspitze.
 
Danach kehren wir für einen Zwischenstop ins Sarganserland zurück- Michelle feiert ihren erfolgreichen Lehrabschluss oder QV, wie dies in der heutigen buchstabenverrückten Welt heisst. Und schon sind wir wieder flügge für einen Abstecher ins Oberengadin. La Chapella nennt sich unser Basecamp. Von hier aus lassen sich die pittoresken Seitentäler wunderbar erkunden: Val Roseg mit seinem atemberaubenden Talabschluss, Val Trupchun mit Herden weidender Hirsche, Val Chamuera mit wunderschönen, verträumten Alpen und schliesslich Val Susauna mit der Option Sertig- oder Scalettapass. Ich entscheide mich für letzteren und produziere bei der Abfahrt einen eleganten Schnellabgang vom Bike mit anschliessendem Salto. Die Erlenstauden dämpfen meinen Aufprall. Zum Glück ist nichts weiter passiert und ich kehre euphorisiert zu Barbara zurück, die heute ihren Ruhetag eingezogen hat.

So huschen die Bilder dieser genialen Bike- und Wandertage durch meinen Kopf und schneller als erwartet entsteige ich dem Zug in Zürich. In meiner Ferienträumerei realisiere ich nicht, dass das Central für jeglichen Tramverkehr gesperrt ist. Mit einem kleinen Umweg erreiche ich das Institut dann doch noch zu Fuss.

Ja, Montagmorgen, speziell nach Ferien, haben ihre eigene Dynamik. Schön wenn trotz der Alltagswidrigkeiten das breite Feriengrinsen nicht gleich erlischt!