08.04.2017 Fernweh
Gestern ist es wieder angekommen, ein neues Globetrottermagazin. Fernweh pur! Kanutour auf dem Green River. Diese unglaubliche Natur im Westen der USA: Canyonlands- und Arches-NP. Grand Canyon, Bryce Canyon und wie sie alle heissen. Gigantisch, was die Natur in Jahrmillionen geschaffen hat. Ich möchte sofort den Rucksack packen und losziehen. Aber was ist es denn, was mich in die Ferne zieht?
Einerseits ist es das Neue, das Unbekannte. Schon als Buben sind wir sonntags auf die Erkundung der Wälder und Wiesen am Flumserberg gegangen, haben so unseren regionalen Horizont erweitert. Später im Gymnasium hat mich das unbekannte Australien gelockt – der Hit „Down under“ von Men at Work hat das Seinige dazu beigetragen. Überhaupt habe ich letzthin festgestellt, dass ich Orte oder Reisen oft mit Musikstücken in Verbindung bringe. Wenn Bilder und Momente früherer Reisen im meinem Kopf auftauchen, ist es wahrscheinlich auch die Sehnsucht nach dieser Freiheit und Selbstbestimmung. Hinaus aus den – oft selbst – auferlegten Zwängen, in den Tag hinein leben, der Sonne entgegenblinzeln, den Wind in den Haaren, fremde Düfte… loslassen und eintauchen.
Auf dem Büchergestell finden sich wohl nicht zufällig immer wieder Bücher von Menschen, die aufgebrochen sind, um die Welt zu erkunden. Als vorerst letztes eindrückliches Beispiel sei hier „into the wild“ von Jon Krakauer genannt, eine Spurensuche des fatal endenden Roadtrips des Chris McCandless. Alaska, the last frontier!
So krass möchte ich es dann doch nicht durchziehen. Da sind mir meine Frau und Familie viel zu wichtig. Zwischendurch muss auch die Sparflamme reichen. Die Glückshormone auf kleiner Flamme köcheln und immer wieder kräftig aufflackern lassen auf den Inseln des grauen Alltagstroms. Obwohl zurzeit empfinde ich den Alltag eher als munter rauschenden Bach, erfrischend und belebend. Der eine oder andere Stein stellt sich schon in den Weg, aber mit Schwung und positiver Energie sind diese rasch umspült und entschwinden, bald nur noch als kleine Restwirbel bemerkbar.