09.06.2016 von der Rolle beim Drechseln…
Ich liebe neue Erfahrungen und Herausforderungen. Also wollte ich mein Spektrum in der Holzbearbeitung etwas erweitern und meldete mich für einen wöchigen Drechselkurs für Anfänger an. In der Schnitz- und Bildhauerschule Geisler-Moroder in Elbigenalp im schönen Lechtal sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes gut. Das Wetter spielte leider nicht immer ganz mit, aber ich kam ja schliesslich zum Drechseln und nicht zum Vaganten hierher.
Die ersten Versuche im Langholzdrechseln unter der kompetenten Leitung von Drechselmeister Sven Jurisch waren durchwegs von Erfolg gekrönt, und so sammelten sich bis am Ende des zweiten Kurstages einige Rundstäbe samt Spule und Kugel an.
Beim Querholzdrechseln am dritten Tag war dann jedoch plötzlich der Wurm drinn – nicht nur im Arvenholzwerkstück! Mir knallte es innerhalb kurzer Zeit gleich dreimal ein Werkstück von der Drechselbank. Dies hatte zur Folge, dass ich plötzlich mehr am Rotieren war als die Drehspindel und völlig von der Rolle geriet. Meine Kopflastigkeit, die ohne Zweifel in manchen Situationen auch von Vorteil ist, kam mir wieder mal etwas in die Quere. Plötzlich nahm ich die horrende Geschwindigkeit des drehenden Holzstückes überdeutlich war und hatte entsprechend einen Heidenrespekt, um nicht zu sagen eine Höllenangst, dass es mir dieses Ungetüm oder gar das Messer um die Ohren haut. Glücklicherweise gelang es mir dann, diese Blockade zu lockern, Schritt für Schritt wieder Vertrauen zu fassen und einige Schalen fertigzustellen. Den Holzwurm im Arvenholz habe ich so auch erfolgreich weggedrechselt.
PS: Im nahtlos anschliessenden Theaterkurs kam der Kopf bei der Analyse des klassischen Shakespeare-Stückes „Romeo und Julia“ wieder voll auf seine Kosten…