25.04.2019: Osterwochenende oder Frühling komm und be(s)täube mich
Nach kleineren Startschwierigkeiten – ich war der Meinung ein als ungültig abgestempelter Fahrzeugausweis sei Altpapier und dürfe also getrost entsorgt werden – bringen wir unseren kleinen Onkel in Frühlingsschuss. Getreu meinem Lebensmoto fahren wir etwas gegen den Strom, sprich gegen Norden und schlagen unsere Zelte auf dem Zelglihof auf dem Seerücken auf mit wunderbarer Aussicht auf den Untersee. Im Gegensatz zu den Fahrenden müssen wir mit keinen Resentiments rechnen.
Schnell sind die Bikes startklar, und bei angenehmen Temperaturen finden wir uns kurze Zeit später auf wunderbaren „Schwiibluämäteppich“ zwischen kleinen Weilern und Hochstammgärten. Für die Apfelbaumblühte sind wir leider gut eine Woche zu früh, aber der eine oder andere Birnbaum und die Kirschbäume bilden schöne Kontraste zum saftig grün spriessenden Gras. Die Rapsfelder machen erst mit dem ihnen eigenen Duft auf sich aufmerksam. Die leuchtend gelben Blütenblätter lugen erst schüch hervor. Von so viel Blütenstaub läuft die Nase. Wir aber fahren mit unseren Bikes munter über Stock und Stein und bestäuben uns mit Seerückenpuderdreck.
An Ostern haben wir genügend Eier, um den knackigen Singletrail nach Steckborn an den Untersee hinunterzubrettern. Leider führt dann der Rückseeweg nach Ermatingen direkt der vielbefahrenen Durchgangsstrasse entlang. Anderntags weichen wir auf eine aufsteigende Alternativroute aus und landen prompt wieder zuoberst auf dem Seerücken.
Vollmonddurchtränkt kreuzen wir noch einmal einen Tag lang Hii und Här zwischen Weihern und See, blütenübersäten Feldern und bärlauch-würzigen kühlenden Wäldern. A propos Hii und Här: via Theaterchat erfahre ich vom definitiven Aus eines möglichen Auftritts am Theaterfestival in Meiringen. Gleichzeitig bemerke ich ebendort im whatsapp-Status, dass auch im Sarganserland die Schwiibluämä und Bäume blühen vor dem tiefblauen Walensee mit zusätzlich weissem Zuckerguss über den nahen Bergrücken…