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19.01.2017: Erwartungen

an uns und unser Leben…

Ausserplanmässig bin ich heute Morgen eine Stunde früher unterwegs, da es mir gestern mehr Fälle als gewöhnlich auf den Tisch gespült hat. Und ich sitze in einem Ersatzzug. Der lang erwartete Schnee ist wider Erwarten sehr ergiebig ausgefallen. Nicht nur die Züge haben so ihre liebe Mühe, vom Blechsalat auf den Strassen ganz zu schweigen. Mein Sommerwinteralltagsvelo hat wohl eine Kette, aber eben nur für den Antrieb. Und dann lässt sie sich aus unerfindlichen Gründen nicht mehr bis ganz nach oben schalten – die klirrende Kälte lässt grüssen.

Der schon wieder aus dem Blickfeld schwindende Jahreswechsel war auch mit Erwartungen befrachtet. Meine Frau feierte ihren 50. Geburtstag, auch eine spezielle Landmarke. Was bringt die nun definitiv angebrochene zweite Lebenshälfte? Obwohl, sind wir uns da so sicher- es könnte auch schon kurz vor Zwölf sein. Ein paar Tage vor dem anbrechenden "Trumpzeitalter" wird die Ungewissheit auch nicht kleiner. Da ändern auch die über unsere Köpfe ratternden WEF-Helikopter wenig; diese knatternde, oft schöngeredete, gierige Wirtschaftskaravane, pompös und meist verlogen.

Die Erwartungen an die Weihnachtsproduktion „Pinocchio“ im alten Kino Mels konnten wir grösstenteils erfüllen, auch wenn eine hartnäckige Erkältungswelle die Stimme/Stimmung manchmal schwinden liess. Der Teamgedanke stand aber im Vordergrund und gereichte uns zum Erfolg.

So ist unser ganzes Leben voller Erwartungen. Kein Wunder, unserer jede Mutter war zu Beginn unserer Lebensreise erst einmal 9 Monate in Erwartung. Wir gehen schwanger mit Ideen und Projekten. Zurzeit ist es wieder – wie so oft – eine Mehrlingsschwangerschaft. Mir schwirren Drechsel- und Schnitzprojekte im Kopf herum, immer in Erwartung scharfer Messer und Ketten. Aber letztere Erwartungen erfüllen sich nicht selbstredend – ohne Schliff kein Pfiff.

Erwartungen an unsere Mitmenschen sind so eine Sache. Besser seine Bedürfnisse klar aussprechen, als nachher verärgert zu reagieren, wenn’s nicht nach unserem Gusto läuft. „Wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht“ wäre eine mögliche, allerdings etwas pessimistische Option…

In diesem Sinne: auf zu neuen Taten!