22.08.2016 Berge wir kommen…
Nach Strand und Italianità sind nun helvetische Bergleraktivitäten angesagt. Also Wohnmobil bepackt und ab Richtung Innerschweiz - nächste Ausfahrt Flums und gleich wieder zurück zum Start! Barbara hat ihr Handy daheim liegen lassen – solche Probleme hatte man früher nicht. Ich gebe ja zu, die Möglichkeit beinahe überall und immer mit den „Auserwählten“ in Kontakt zu treten, hat auch etwas Gutes. Früher war es die Nabelschnur zur Mutter, später das geringelte Telefonkabel und heute das totalvernetzte Smartphone. Mit den stetig zunehmenden Möglichkeiten schwindet aber leider auch proportional dazu die Verbindlichkeit.
Aber item, wir erleben schliesslich mit Gleichgesinnten eine wunderbare analoge Bergtour auf den Brisen über dem Engelbergertal mit Blick auf den Vierwaldstättersee. Suisse primitive, urchig und authentisch. Der Schlussabschnitt über die Musenalp weckt Erinnerungen an die in der Pubertät verschlungenen Gedichte und Gedanken im Musenalpexpress.
Eine Premiere wird auch die Eroberung des Sustenpasses per Mountainbike in der Mittagshitze des wohl heissesten Tages dieses Sommers. Spontane Unternehmungen sind eben halt gerade nicht bis ins letzte Detail durchdacht. Aber es sind doch oft die kleinen Widerwärtigkeiten, welche uns in der Rückschau ein Lächeln entlocken. Die Ein- und Ausblicke sind jedenfalls fantastisch, auch am „Füdläregenerationstag“ im nahen, wildromantischen Urbachtal.
Szenen- und Landschaftswechsel: Am 1. August tappen wir im Nebel vom Julierpass auf die Fuorcla d’Agnel und tasten uns über Geröll mit klammen Händen hinunter zum Lai d’Agnel. In diesem Gelände bewähren sich einmal mehr die Wanderstöcke. Zum Glück drückt das mitgebrachte Alphorn nicht allzu fest. In der Jenatschhütte geniessen wir einen friedlichen und vor allem knall- und gestankfreien 1.August-Abend untermalt mit Alphornklängen, umrahmt mit Fahnenschwingen und umgeben von einer wunderbaren Bergkulisse.
Die Alphörner begleiten uns auch eine Woche später auf unserer Bubentour im Unterengadin. Hinauf durch das mal liebliche, oft aber schroffe Val d’Uina und über die Weiten des Schlingenpasses zur Sesvennahütte. Der Sonntag ist an Brillanz kaum mehr zu übertreffen. Via Fuorcla Sesvenna geht’s über den Gipfelkamm mit Piz Rims, Piz Christanas und Piz d’Immiez mit grandiosen Tief- und Weitblicken. Da sind die anschliessenden 1200 Höhenmeter blauweissen Abstiegs vorbei an Edelweiss-übersäten Abhängen mit einem müden Lächeln zu ertragen. In S’Charl wartet ein wohlverdientes, kühles Erdinger als Abschluss eines gelungenen Wanderwochenendes.
Und wenn nun die Alltagsleine wieder bedeutend kürzer ist, gibt es auch in unserer Region die Möglichkeit schöne Touren zu unternehmen mit unerwarteten Ausblicken.
PS: Das letzte Bild ist übrigens dank des Smartphones festgehalten worden ;-)